Montag, Juni 26, 2017

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Wirtschaftlicher Überblick

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Die palästinensische Wirtschaft besteht hauptsächlich aus Dienstleistungsunternehmen (Transport-, Kommunikations-, Software- und Finanzsektor) sowie aus klein- und mittelständischen Betrieben, die Waren für den heimischen Markt und den Export nach Israel produzieren. Einige Branchen haben es trotz der schwierigen Lage geschafft, sich auf dem nahöstlichen Markt, in Europa und Amerika zu platzieren. Hierzu gehören die Landwirtschaft, die Nahrungs-, Genussmittel- und Getränkeindustrie sowie der Pharmabereich. Der größte Sektor im Industriebereich ist der stetig wachsende Bausektor, der im Jahr 2007 11,6% der palästinensischen Arbeitskräfte beschäftigt und 2,5% des BIP erwirtschaftet hat. Im Gazastreifen hat sich zudem eine nennenswerte IT-Branche etabliert.

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Wirtschaftliche Beziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Palästinensischen Gebieten, Israel und anderen Staaten wurden 1994 durch das Pariser Wirtschaftsprotokoll geregelt. De facto hat Palästina mit Israel eine Zollunion, die die gleichen Standards, gleichen Normen, Steuern und Zölle umfasst. Das palästinensische Pro-Kopf-Einkommen liegt jedoch zurzeit bei 1000 US-Dollar, während jeder Israeli im Schnitt 24.000 US-Dollar erwirtschaftet.

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Exporte & Importe

Palästinensische Importe
Noch im  Jahr 1999 wurden Waren im Wert von fast 4.000 Mio. US-Dollar  in die Palästinensischen Gebiete importiert. Bis ins Jahr 2003 ist dieser Wert durch die Gewaltausbrüche im Jahr 2000 und die damit verbundenen Mobilitätsbeschränkungen auf 1.800 Mio. US-Dollar zurückgegangen.
Die Importe aus Deutschland betrugen im Jahr 2005 einen Wert von 17,1 Mio. Euro. (Entspricht etwa 22.561.740 US-Dollar.) Bei den wichtigsten nach Palästina eingeführten Gütern handelt es sich um Erdöl, Elektrizität, Gas, Nahrungsmittel, lebende Tiere und fabrikgefertigte Waren. 
 
Palästinensische Exporte
Im Jahr 1999 lag der Wert palästinensischer Exporte bei ca. 953 Mio. US-Dollar. Dieser Wert ist aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation in den Jahren 2000 bis 2005 auf 300 Mio. US-Dollar gesunken. Der Wert der nach Deutschland ausgeführten Waren lag in jenem Jahr bei ca. 1 Mio. Euro. (Entspricht etwa 1.319.400 US-Dollar.) Exportiert werden vorwiegend Stein- und Mamorprodukte, Agrarerzeugnisse und Textilien. 
 
 
Tabelle Außenhandel 

 

Haupthandelspartner Palästinas ist Israel. Mehr als 80 Prozent aller Importe werden von dort bezogen und über 90 Prozent aller Exporte nach dort geliefert. Die Handelsbeziehungen zu Israel werden im sogenannten "Paris-Protokoll" von 1994 geregelt. Das Protokoll besagt, dass palästinensische Produkte keinen Exportbeschränkungen unterliegen und dass der Warenverkehr in uns aus der Westbank und dem Gazastreifen freien Zugang zu israelischen Handelshäfen haben soll. Ausgenommen sind sicherheitsrelevante Maßnahmen.  (Sie können das Protokoll in unserer Download-Abteilung herunterladen.) 
 
Die in die palästinensischen Gebiete gelieferten Waren müssen den Standards des Palästinensischen Instituts für Standards (PSI) entsprechen. 
Normalerweise dauert es nicht länger als 15 Tage, die für den Import nötigen Papiere zu bekommen. Lizenzen sind je nach Produkt zwischen sechs Monaten und einem Jahr gültig. Die für den Import benötigten Dokumente sind die folgenden:

Die amtliche Registrierungsbescheinigung wenn es sich beim Importeur um ein registriertes Unternehmen handelt
Außenhandelsbescheinigung des Wirtschaftsministeriums
Pro-forma Abrechnung über den voraussichtlichen Wert der  zu importierenden Waren
Lizenz für den Import von Waren, für die besondere Bedingungen gelten
 
 

Arbeitskraft & Beschäftigung

Die Palästinensischen Gebiete verfügen über ein enormes Reservoir an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Das Bildungsniveau der palästinensischen Bevölkerung ist das höchste der gesamten Region mit Ausnahme von Israel. Im UNDP Bildungsindex, der auf der Lesefähigkeit und dem Anteil an primärer, sekundärer und tertiärer Bildung basiert, erreicht Palästina 0,89 Punkte im Vergleich mit durchschnittlichen 0,69 Punkten anderer arabischer Staaten. Länder mit mittlerem Einkommen erreichten im Durchschnitt 0,84 Punkte  und die gesamte Welt 0,75. 

 Bildungsindex

 

Statistiken aus dem Jahr 2006 zeigen, dass 27,4 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung mehr als zwölf Jahre Schulbildung genossen haben, 31,3 Prozent haben zehn bis zwölf Jahre gelernt und 24,5 Prozent sieben bis neun Jahre.  

Schule

 

Im Jahr 2006/ 2007 waren in den Palästinensischen Gebieten 119,054 Studenten (53,7 Prozent davon weiblich) an 43 Hochschuleinrichtungen eingeschrieben. 25 Prozent davon haben  Sozialwissenschaften, Wirtschaft oder Recht studiert, 28 Prozent haben sich für Bildungsstudiengänge entschieden, 18 Prozent für Geisteswissenschaften oder Kunst und 11,3 Prozent für Naturwissenschaften. 

Das durch Bildung erworbene Potenzial der palästinensischen Bevölkerung kann als wertvolles Eigenkapital des Landes gesehen werden, das nur darauf wartet, sich bei Entspannung der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage frei zu entfalten. 
Durch den Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten im Zuge der zweiten Intifada  ist die Arbeitslosigkeit zwischen 1999 und 2002 von 11,8 Prozent auf 31,3 Prozent gestiegen. Dennoch ist es allen durch Mobilitätsbeschränkungen verursachten Schwierigkeiten zum trotz gelungen, 54.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2007 auf 21,5 Prozent zu senken.  
Im direkten Zusammenhang mit der hohen Arbeitslosigkeit liegt auch der niedrige Lebensstandart in den Palästinensischen Gebieten. Im Westjordanland und im Gazastreifen leben derzeit 21 Prozent der Bevölkerung von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Besonders prekär ist die Lage im Gazastreifen, wo das Einkommen von 85 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze liegt. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sind von internationaler Hilfe abhängig.


Gegenwärtige Optionen

Die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2008 und in den ersten Monaten des Jahres 2009 ist in den Palästinensischen Gebieten düsterer ausgefallen, als durch den Start des Palästinensischen Reform- und Entwicklungsplans (PRDP) erhofft wurde. Das in der Westbank verzeichnete Wachstum wurde durch die von Israel auferlegten Restriktionen behindert, im Gazastreifen haben internationale Isolation und ständige Gefechte mit Israel zu einer Verschlechterung der allgemeinen Lage geführt. Diesen schwierigen Bedingungen zum Trotz wurde für das Jahr 2008 ein Anstieg des BIP von 2 % gegenüber dem Vorjahr errechnet.

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